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Geografische Verbreitung des Wodu

Der Wodu ist aus den Kultformen Yoruba, Fon und Ewe hervorgegangen. In der uns heute bekannten Form hat er sich um das 17. Jh. mit der Gründung und Expansion des Fon-Königreiches von Abomey herausgebildet. Er wurde zum Fundament der Adja-Tado-Kultur, die aus diversen Migrationsströmen entstanden ist. Der Adja-Tado-Kulturraum erstreckte sich vom Ouémé-Fluss im Osten bis zum Volta im Westen und der sog. Sklavenküste im Süden und umfasste eine Region von 200 bis 300 km zwischen dem Nullmeridian und dem 3. Längengrad im Zentrum der sudanesischen Savanne.

Die Bevölkerung dieses Kulturraums setzt sich mehrheitlich aus folgenden ethnischen Gruppen zusammen:

  • den ADJA (AJA) im Raum zwischen dem Yoto in Togo und Couffo in Benin
  • den EVE (EWE) zwischen dem Volta und dem Yoto
  • den FON (FON) zwischen Ouémé und Couffo
  • den GUIN (GÊ) entlang der sog. Sklavenküste
  • den XWLA und den XWEDA in etwa demselben Bereich wie die Gê
  • den GOUN (GUN) hauptsächlich in der Stadt Porto-Novo und Umgebung
  • den AÏZO (AYIZO) am Nokwe-See, in der Region Allada und Umgebung
  • den SAHWE auf der schwarzen Erde des Ko in der Gegend um Bopa.

Während der Herrschaft des Königs Agadja (1708-1740), nach der Eroberung von Allada (1724) und Ouidah (1727), breitete sich Dahomey nach Süden in Richtung Atlantikküste aus.  Sein Einflussbereich erstreckte sich von den Grenzen des Oyo-Reiches (Nigeria) bis zu denen des Königreiches Ashanti (Ghana).

Dieser Teil Afrikas hatte Berührungspunkte mit den Kulturen Europas und Nordafrikas, woraus sich erklärt, dass der Wodu Elemente des Christentums, des Islam und des Judentums übernommen hat.

Von Anfang an ist der Wodu eine umfassende Religion gewesen, in der die zahlreichen Facetten der Völker, die sich zu ihr bekannten, verschmolzen.